Baujahr: 1982 Hubraum: 250 ccm / Reihen-2-Zylinder Gewicht: 185 kg Leistung: 17 PS Höchstgeschwindigkeit: 125 km/h lt. Tacho Fahrtstrecke: ca. 4.000 km in 2 Monaten
Die Yamaha XS 250 war mein erstes Motorrad - und ohne Zweifel das langweiligste. 17 PS bei 185 kg Lebendgewicht! Die Yamaha hatte die Dynamik einer Wanderdüne, jeder VW Käfer war mindestens ebenbürtig. Außerdem verging keine Woche ohne irgendwelche Defekte. Einziger Pluspunkt der XS: Man saß bequem wie auf einem Sofa. Nur war jedes Sofa schneller... Nach zwei Monaten war ich diesen lahmarschigen Schrotthaufen endgültig leid - etwas flotteres und vor allem zuverlässigeres mußte her.
Honda CB 250 RS
Baujahr: 1985 Hubraum: 250 ccm / 1-Zylinder Gewicht: 133 kg Leistung: 26 PS Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h lt. Tacho Fahrtstrecke: ca. 25.000 km in anderthalb Jahren
Das war schon was anderes! Über einen Zentner leichter als die müde XS und 9 PS mehr - da ging subjektiv schon ganz gut die Post ab. Auf diesem Ding habe ich das Motorradfahren erst richtig gelernt und hatte zum ersten Mal wirklich Spaß. Absolut unglaublich war der extrem geringe Spritverbrauch. Mehr als 3 Liter Normalbenzin brauchte die CB nur bei Autobahnvollgas. Nervig war nur die im Zeitraffer verschleißende Kette (wie vom Fahrrad) und der mangels Ölfilter (nur ein Sieb im Motor) alle 3.000 km notwendige Öl- wechsel. Übrigens mein bisher einziges neu gekauftes Motorrad.
Honda VT 500 E
Baujahr: 1983 Hubraum: 500 ccm / V-2-Zylinder Gewicht: 204 kg Leistung: 50 PS Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h lt. Tacho Fahrtstrecke: ca. 50.000 km in 2 Jahren
Das
fühlte sich doch zum ersten Mal nach Motorrad an! Endlich vernünftig
Leistung im Motor und das Potential für große Touren. Die VT trug mich
erstmals in die Alpen, infizierte mich mit der Vorliebe für Kardanantrieb und war in puncto Selberschrauben wegen des absolut
lückenlos in den Rahmen gequetschten Motors ein wirklich harter
Brocken. Leider erlitt meine VT bei Kilometerstand 50.000 einen kapitalen Motorschaden. War meine eigene Schuld, man sollte halt die Finger von einer Motorüberholung lassen, wenn man weder die notwendige Erfahrung noch das perfekte Werkzeug besitzt. Der Tauschmotor war eine Krücke. Trotz allem ist die VT 500 E für mich bis heute eine der besten Halbliter-Maschinen aller Zeiten - schnell, bequem und sparsam. Nur die Bremsen waren Mist...
Kawasaki Z 750 Sport
Baujahr: 1987 Hubraum: 750 ccm / Reihen-4-Zylinder Gewicht: 230 kg Leistung: 81 PS Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h lt. Tacho Fahrtstrecke: ca. 30.000 km in einem Jahr
Die Z 750 ließ mich am Big Bike-Gefühl schnuppern - und fast taub werden. Das Ding ging richtig vorwärts und war dank ausgeräumter Motad-4-in-Nix-Auspuffanlage einfach unbeschreiblich laut. Fahrten durch Tunnel wurden zu meiner absoluten Lieblingsbeschäftigung (ich sage nur: Gardasee, Westküste - einer nach dem anderen...). Absolut klasse fuhr sich die Z 750 mit einem hohen, breiten Lenker, der bei schnellen Autobahn- etappen allerdings zur Katastrophe wurde. Leider soff die Kawa bei Kilometerstand 60.000 über einen Liter Öl auf 1.000 km - nix wie weg damit! Vom Styling her einfach nur ein klassisch-schönes Motorrad, das mir bis heute sehr gut gefällt.
Honda CBR 1000 F
Baujahr: 1987 Hubraum: 1000 ccm / Reihen-4-Zylinder Gewicht: 265 kg Leistung: 135 PS (angeblich) Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h lt. Tacho Fahrtstrecke: ca. 20.000 km in einem dreiviertel Jahr
Der berühmte Joghurtbecher. Die Granate unter meinen Bikes. Ein hinsichtlich Motor, Fahrwerk und Bremsen perfektes Motorrad, das viel mehr konnte als ich. Die Folge waren zwei schwere Stürze mit heftigen Folgen und die Erkenntnis, daß das Leben verdammt kurz sein könnte. Die CBR ist das einzige meiner Motorräder, das ich nur noch zum Schrottwert verkaufen konnte. Sie ruhe in Frieden. Die von mir so geliebten Umbauaktionen beschränkten sich auf eine MRA-Tourenscheibe und einen kleinen FiveStars-Gepäckträger. Es gab einfach nichts zu verbessern an dieser Maschine.
Kawasaki GPZ 900 R
Baujahr: 1987 Hubraum: 900 ccm / Reihen-4-Zylinder Gewicht: 255 kg Leistung: 112 PS (eher ein paar weniger) Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h lt. Tacho Fahrtstrecke: ca. 20.000 in einem Jahr
Ein raues Bike. Die GPZ fühlte sich immer ein bißchen so an, als wollte sie sich dagegen wehren, vom Fahrer beherrscht zu werden. Sie war unhandlich, steif, laut und vibrierte heftig. Mit dem kurzerhand montierten LSL-Superbikelenker fuhr sie sich wesentlich angenehmer, aber dann konnte man in den serienmäßigen Verkleidungsspiegeln nur noch die eigenen Schultern bewundern. Außerdem wurde man auf der Autobahn bei mehr als 180 km/h zum Segel im Wind. Die Umrüstung auf Lenkerspiegel brachte die Sicht nach hinten zurück, hinterließ aber häßliche Löcher in der Verkleidung von den abgebauten Original-Spiegeln. Und es sah einfach sch... aus. Also wieder zurück zum Serienzustand. Die Kawa sagte ihrem Fahrer halt jeden Tag: "Mir doch egal, wie es dir geht! Find dich mit meinen Schwächen ab oder scher dich zum Teufel!" Trotzdem oder gerade deswegen ein tolles Motorrad mit viel Kraft und Charakter.
BMW K 100
Baujahr: 1984 Hubraum: 1000 ccm / Reihen-4-Zylinder Gewicht: 250 kg Leistung: 90 PS Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h lt. Tacho Fahrtstrecke: ca. 5.000 km in 3 Monaten
Gekauft als Spekulationsobjekt, mit dem ich einen schönen Gewinn erzielte, erweckte die BMW in mir den Verdacht, daß ich mit ihr endlich angekommen sein könnte. Endlich bequem sitzen, genug Leistung im Motor, günstig im Unterhalt, endlich wieder Kardan - warum war ich darauf nicht schon früher gekommen? So richtig konnte ich es aber dann doch noch nicht glauben...
Honda CB-1
Baujahr: 1991 Hubraum: 400 ccm / Reihen-4-Zylinder Gewicht: 188 kg Leistung: 57 PS Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h lt. Tacho Fahrtstrecke: ca. 10.000 km in 6 Monaten
Der Versuch, sich wieder mit etwas kleinerem anzufreunden. Die CB-1 war in mancherlei Hinsicht ein Traum: handlich wie ein Mokick, gesegnet mit einem nutzbaren Drehzahlband von 1.000 U/min bis 14.500 U/min, sparsam und wirklich sehr hübsch. Im Gegensatz zu meinen bis dahin gefahrenen Big Bikes konnte man die CB auf der Landstraße nach Herzenslust auswringen, ohne sofort illegal unterwegs zu sein. War mir dann aber doch auf die Dauer zu klein. Außerdem tat mir bei Autobahnfahrten jedesmal der in fünfstelligen Drehzahlen vor sich hin jubelnde Motor leid. Aber wenn ich heute auf kurvigen Landstraßen unterwegs bin, hätt ich sie schon manchmal gerne zurück...
BMW K 100 RT
Baujahr: 1985 Hubraum: 1000 ccm / Reihen-4-Zylinder Gewicht: 275 kg Leistung: 90 PS Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h lt. Tacho Fahrtstrecke: ca. 145.000 km in 12 Jahren
Nach dem fehlgeschlagenen Versuch, mich mit einer 400er zufrieden zu geben, machte ich mit der zweiten K 100 Nägel mit Köpfen. Für die RT gilt das gleiche wie für die Basis-K plus einem Wind- und Wetterschutz, der seinesgleichen sucht. Ein Reisemotorrad par excellence, das man in gewissen Grenzen auch durchaus sportiv bewegen kann. Mit keinem anderen Bike habe ich mehr Kilometer abgespult. Das einzige wirkliche Übel der RT war die spektakuläre Hitzeentwicklung hinter der gewaltigen Verkleidung. Der Motor strahlte seine Wärme zielsicher auf alles ab, was sich beim Fahrer unterhalb der Gürtellinie befindet. Was bei Temperaturen unter 10 Grad eine feine Sache war (Fahrten in luftiger Sommerkleidung bei einstelligen Temperaturen waren überhaupt kein Problem), wurde im Sommer zur Qual. Wenn ich bei über 30 Grad an einer roten Ampel stand, der Kühlerventilator ansprang und die Motorhitze nach hinten aus der Verkleidung drückte, war ich manchmal einer Ohnmacht nahe. Deshalb baute ich die RT schließlich zum Naked-Bike um, was meinem Wohlbefinden zumindest bei Landstraßenfahrten sehr zuträglich war.
BMW K 100 RS
Baujahr: 1985 Hubraum: 1000 ccm / Reihen-4-Zylinder Gewicht: 260 kg Leistung: 90 PS Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h lt. Tacho Fahrtstrecke: ca. 80.000 km in bisher 7 Jahren
Mein derzeitiges Motorrad und meine dritte K 100. Seit ich die RS fahre, interessieren mich neue Motorräder nicht mehr so richtig. Ich könnte mir höchstens einen der Nachfolger K 1100 RS oder K 1200 RS als nächstes Motorrad vorstellen, aber warum eigentlich? Die Leistung reicht, Fahrer und Sozia sitzen bequem, die Kosten sind für eine Tausender sehr niedrig und für längere Touren gibts kaum was besseres. Außerdem hat sich meine RS dank progressiven Wirth-Gabelfedern, Bilstein-Gasdruckfederbein, Gabelstabi, K 100-Basis-Lenker und Corbin-Sitzbank inzwischen ein gutes Stück vom Original entfernt und fährt sich um Welten besser als eine serienmäßige K 100 RS. Und mit dem Remus-Auspuff stimmt sogar der Sound.