Fahrerische Highlights
im Bergischen Land
Das
Bergische Land ist gespickt mit genialen Motorradstrecken. Alle oder
auch nur einen Teil hier aufzulisten bzw. abzubilden, würde den Rahmen
bei weitem sprengen. Daher beschränke ich mich auf einige ausgewählte,
meiner Meinung nach ganz besonders herausragende Strassen und Stellen.
Aber auch das wird schon eine recht lange Liste.
Immer mal wieder reinschauen, es kommt ständig was dazu!
Remscheid - Landhaus Fuchs
First of all: meine Hausstrecke
Auf einer Länge von rund 26 Kilometern führt diese Strecke
vom Ortsausgang Remscheid im Eschbachtal (Mebusmühle)
über Wermelskirchen, Kürten-Dhünn, Kürten und Kürten-
Olpe zum Motorradtreff Landhaus Fuchs. Durch die typische
Topologie der Region kommt nahezu Achterbahn-Feeling auf:
Es geht von Remscheid runter ins Eschbachtal, rauf nach
Wermelskirchen, runter ins Eifgental, rauf nach Habenichts,
runter nach Dhünn, rauf nach Halzenberg, runter zur Dhünn-
Talsperre, rauf zur Bundesstrasse B 506, runter nach Kürten,
rauf nach Offermannsberg, runter nach Olpe und schließlich
den "Knallgasberg" wieder rauf zum Landhaus Fuchs in Un-
terbersten. Unterwegs geben Landschaft und Geläuf alles, was
geht. Wald, Felder, Wiesen, Kurven aller Couleur und Strassen-
zustände von Babypopo-glatt bis vollkommen vom Frost ruiniert.
Von Landstraßen der dritten Kategorie, auf denen zwei Autos ge-
rade noch an einander vorbei passen, bis zur Bundesstrasse ist
alles dabei. Letzteres allerdings nur als zwei kurze Verbindungs-
stücke einmal durch Wermelskirchen hindurch und ca. 300 Meter
auf der B 506.
Es gibt ohne den geringsten Zweifel keine zweite Strecke, die ich
häufiger gefahren bin als diese. Gefühlte 5000 Mal habe ich sie
in den 25 Jahren, die ich jetzt Motorrad fahre, unter die Räder
genommen. Diese 26 Kilometer fahre ich buchstäblich mit ge-
schlossenen Augen. Natürlich nur im übertragenen Sinn, denn wie überall im
Bergischen ist auch hier immer Vorsicht geboten. Wer nicht vorausschauend
fährt, lebt hochgradig gefährlich. Bauern hinterlassen mit ihren Treckern alle
möglichen Rückstände auf der Strasse, Möchtegern-Schumis geraten mit den
Rädern neben die Strasse und schmeissen diese mit Dreck voll, an Wochentagen
sind LKWs und Linienbusse, an den Wochenenden unzählige Fahrradfahrer
unterwegs. Von schneckengleich durch die schöne Landschaft kriechenden Do-
sentreibern ganz zu schweigen. Und als ob das alles noch nicht reicht, machen
sich die zuständigen Behörden immer mal wieder den Spaß, besonders schöne
Streckenabschnitte mit Rollsplitt zu übersähen. Da dies mit schöner Regelmäs-
sigkeit genau dort geschieht, wo die Strassen in sehr gutem Zustand sind und
somit natürlich zum Rasen einladen, dürfte klar sein, dass es hier nicht um
asphaltpflegerische Massnahmen sondern um das Einbremsen der Motorrad-
fahrer geht.
Burgtalstraße
Steil steigt die Burgtalstraße auf nur einem
Kilometer Länge von Unter- nach Oberburg
(Solingen) hinauf. Guter Asphalt und schö-
ne Kurvenradien, die auch bei den erlaub-
ten 50 km/h noch Spaß machen.
Eschbachtal
Diese knapp 6 Kilometer zwischen Remscheid-
Mebusmühle und Solingen-Burg haben es in sich.
Aus gutem Grund komplett geschwindigkeitsbe-
schränkt windet sich die recht gut asphaltierte
Straße zusammen mit dem Eschbach durch ein en-
ges Tal. Auf dem ersten Abschnitt zwischen Mebus-
mühle und Wermelskirchen-Preyersmühle ist im
Sommer erhebliche Vorsicht angesagt. Dort pas-
siert man das Remscheider Freibad und da ist an
freien Tagen und bei schönem Wetter natürlich
die Hölle los! Wer niemanden totfahren möchte,
sollte sich unbedingt an die erlaubten 50 Km/h
halten.
Hilgener Straße
Eine der tollsten Strecken des Bergischen Landes!
Dreieinhalb Kilometer Kurvenorgie auf feinster
Asphaltdecke. Holzkreuze am Straßenrand erinnern
an die Opfer, die diese Strecke bereits gefordert hat
und gemahnen zur Vorsicht. Die Strecke verläuft
zwischen Hilgen und Dabringhausen.
Klingenring
Eine alte Bergrennstrecke zwischen Wup-
perhof und Orth/Wolfstall, das zu Witz-
helden gehört. Kurz, kurvig, schmal und
gefährlich, da einem auch mal ein Bus
entgegenkommen kann. Muß man gefah-
ren haben, aber bitte Vorsicht!
Der "Knallgasberg"
Von Kürten-Olpe kommend passiert man auf dem Weg
zum Motorrad-Treff Landhaus Fuchs den "Knallgasberg".
Hier steigt die Straße auf mehreren hundert Metern steil
und ziemlich gerade an. Praktisch jeder Motorradfahrer
nutzt diesen Berg für volle Beschleunigung. Aufgrund der
von einigen Unbelehrbaren immer noch gefahrenen Krawall-
tüten kann man die im am Fuß des Berges gelegenen Hauses
wohnenden Leute nur aufrichtig bedauern...
L 310 Altenberg - Blecher
Nur knapp zwei Kilometer, aber die
180 Grad-Kurven sind einfach genial!
Bestens asphaltiert und breit - hier kann
man wunderbar die Rasten kratzen lassen,
ohne ein allzu großes Risiko einzugehen.
Leider ist es wie ein Sechser im Lotto, wenn
man diese Straße mal ohne störenden
Verkehr antrifft und überholen is nich...

ist zumindest nicht erlaubt...
Uelfetal
Nördlich von Radevormwald bildet das
Uelfetal die natürliche Grenze zu Wupper-
tal. Rund 6 Kilometer leider mittlerweile
nicht mehr sonderlich gut alsphaltiertes
Kurvenvergnügen zwischen Rade und
Dahlhausen.
Neschener Strasse
Von Altenberg aus windet sich die Neschener
Strasse in Serpentinen durch den Wald auf das
Neschener Hochplateau. Etwas weniger kurvig,
ohne Wald und daher gut zu überblicken geht´s
dann weiter bis zur "Eselstadt" Bechen.
K 19 Lindlar - Bickenbach
Kaum eine andere Strecke im Bergischen lädt derart
zum Rasen ein wie diese knapp 3 Kilometer. Breit, gut
asphaltiert und gesegnet mit perfekten, lang gezogenen
Kurven stürzt sich die K 19 hinter Lindlar steil hinunter
ins Tal. Seit Jahren versuchen die Behörden dem Treiben
der Motorradfahrer mit Geschwindigkeitsbegrenzungen
(Tempo 70), doppelten durchgezogenen Mittellinien und
häufigen Kontrollen entgegenzuwirken - es hilft nichts.
An sonnigen Wochenendtagen versammeln sich immer
wieder ganze Trupps Gehirnamputierter (sorry, aber ich
finde keine andere Bezeichnung) und ballern dutzende Ma-
le rauf und runter - bis zum nächsten schweren Unfall.
Wenn
in den Köpfen einiger Leute nicht bald etwas passiert, dürfte es wohl
nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die K 19 zumin-
an den Wochenenden für Motorradfahrer gesperrt wird. Im Vorgriff hierauf möchte ich mich bereits heute bei den dafür verant-
wortlichen Schwachköpfen bedanken.
K 13 Halver/Schwenke - Kierspe
Ein rund 13 Kilometer langes, schmales
Strässchen schlängelt sich in der Nähe der
Bever-Talsperre durch die Landschaft wie
ein kleiner Fluss. Nix zum Rasen - trotz der
sehr guten Asphaltqualität - weil viel zu
schmal. Die Breite übertrifft die einer Fahr-
spur auf normalen Landstrassen zweiter Ord-
nung nur unwesentlich. Hier ist man mit
einem Chopper richtig unterwegs.

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